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Arbeit Und Film

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Die Filmgruppe "Arbeit Und Film" bestand von 1974 bis 1984 in Frankfurt/M. Die Gruppe bestand aus unabhängigen Filmemachern, Studenten, Arbeitern und Auszubildenden. Ihre Zielsetzung war es, den Dokumentarfilm als „Waffe des Arbeitskampfes“ zu entwickeln und einzusetzen. Ihr Motto war: „Erfahrungen machen, filmisch dokumentieren, voneinander lernen“.

Ausgerüstet mit einem tragbaren 16mm-Projektor, Lautsprecher und Leinwand reisten Mitglieder der Gruppe durchs Land und führten relevante Dokumentarfilme in Betrieben, bei Arbeiterversammlungen, in Veranstaltungen und bei Schulungen der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit vor.

In enger Zusammenarbeit und stetiger Rückkopplung mit Betriebsräten und gewählten gewerkschaftlichen Vertrauensleuten stellte Arbeit Und Film auch selber Dokumentarfilme im 16mm Format her.

Die Macher

Gegründet wurde Arbeit Und Film von dem Filmemacher Enzio Edschmid, der Schülerin Elisabeth Bina Mohn (Elisabeth Mohn), dem Filmemacher Gernot Steinweg (/Gernot Steinweg) und der Schlosserin Petra Vasile. Sie legten Anfang der 70er Jahre das theoretische und organisatorische Fundament und scharten dann eine Reihe von Arbeitern, Filmemachern und Intellektuellen um sich. 1975 bis 1979 drehte die Gruppe vier Filme in enger Zusammenarbeit mit gewerkschaftlichen Vertrauensleuten und Betriebsräten der Vereinigten Flugtechnischen Werke (VFW) (http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Flugtechnische_Werke) in Speyer und Bremen. Es folgten weitere Filme zu Arbeitskämpfen in der Druckindustrie und im Bereich Handel, Banken und Versicherungen. 1978 ließ sich die Gruppe formal als Verein registrieren und ab 1980 führten Gernot Steinweg und Bernd Krieg die Arbeit in Form einer GmbH fort.

Vorbild Cinema Action

Arbeit Und Film arbeitete nach dem Prinzip der Londoner Filmgruppe "Cinema Action" ( Cinema Action), die seit 1969 in England Arbeiterfilme machte und deren Anfänge Gernot Steinweg von 1969 bis 1971 begleitet hatte.

Parteipolitisch unabhängig

Arbeit Und Film war unabhängig und weder parteipolitisch noch gewerkschaftlich gebunden. Die Mitglieder der Gruppe arbeiteten ehrenamtlich. Finanziert wurden die Filme ausschließlich aus Spenden und Verkäufen von Lizenzrechten.

Ausrüstung

Die Gruppe besorgte sich gebrauchte Filmaufnahmegeräte: Eine Mini-Eclair Kamera, ein Nagra III Tonbandgerät sowie einen "Picture Synchronizer (PicSync)" für den Filmschnitt. Der PicSync war ein bis dahin in Deutschland unbekanntes Gerät, das in England für die Filmbearbeitung entwickelt worden war. Das kleine, handliche Gerät ermöglichte, die Arbeitskopie eines Filmes gleichzeitig mit bis zu vier Tonspuren per Hand oder Motor umzurollen. Dabei konnten die Töne abgehört und das Bild auf einem winzigen Sichtfenster betrachtet werden. Beim Abspulen fiel das gesamte Material einfach in einen aufgespannten Wäschesack. Dieses preiswerte Geräte konnte daher einen teuren Filmschneidetisch ersetzen. Der Werkzeugmacher Konrad Harlan erfand eine Methode, den PicSync über eine Filmschlaufe mit einem 16mm Filmprojektor zu verbinden. Dadurch wurde es möglich, mobile Arbeitsvorführungen in größeren Arbeitskreisen zu machen, eine wichtige Voraussetzung für die enge Zusammenarbeit mit den gewerkschaftlichen Vertrauensleuten in den Betrieben.

Zielsetzung

In einer Publikation der Gruppe aus dem Jahr 1979 heißt es: „Das Ziel von Arbeit Und Film ist es, Kollegen die Möglichkeit zu erschließen, ihre eigenen Erfahrungen filmisch festzuhalten“. Den größten Erfolg hatte Arbeit Und Film bei dem langwierigen Arbeitskampf für den Erhalt der Arbeitsplätze bei VFW-Fokker in Speyer. (Siehe den Film „Wachsam Tag und Nacht“). Rückblickend sagte 1979 der damalige Betriebsratsvorsitzende, Willi Weber: „Wir können uns eigentlich unsere Aktion ohne den Film gar nicht mehr vorstellen. Wir waren der Meinung, dass wir uns nicht nur Filme über den Kampf anderer anschauen dürfen, um uns ihre Erfahrungen zu eröffnen, sondern wir wollten auch unsere Erfahrungen anderen mitteilen“.

Diese mehrjährige Zusammenarbeit mit den gewerkschaftlichen Vertrauensleuten bei VFW hat das Selbstverständnis der Gruppe Arbeit Und Film entscheidend geprägt und war für die weitere Arbeit maßgebend.

Filmbeispiele

Beispiele von 16mm Filmen (in Klammern das Jahr der Erstaufführung)

Info Sign.svg Dieser Artikel stammt aus der Wikipedia und wurde incl. aller Versionen importiert.

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