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Die Juwelen der Sängerin (französischer Originaltitel: Les Bijoux de la Castafiore) ist das 21. Album der Comicreihe Tim und Struppi des belgischen Zeichners Hergé. Es erschien zuerst ab Juli 1961 in Fortsetzungen im Magazin Tintin [1] und als Album 1963 bei Casterman. Die erste deutsche Veröffentlichung erfolgte 1970 durch den Carlsen Verlag.

Handlung

Bei einem Spaziergang treffen Tim und Kapitän Haddock auf eine Gruppe Roma, die von der örtlichen Polizei gezwungen wurde, in der Nähe einer Müllkippe zu lagern. Haddock bietet ihnen an, auf seine Wiese beim Schloss Mühlenhof zu kommen. Zurück im Schloss erfährt er durch einen Brief, dass sich die berühmte Operndiva Bianca Castafiore selbst nach Mühlenhof eingeladen hat. Haddocks geplante überstürzte Abreise, um ihr aus dem Weg zu gehen, wird durch einen Sturz auf einer kaputten Treppenstufe verhindert. Sein Bein wird für zwei Wochen eingegipst.

Die Diva quartiert sich mit ihrer Zofe und ihrem Begleiter im Schloss ein und überreicht dem Kapitän einen Papagei als Gastgeschenk der alsbald den Haddockschen Wortschatz übernehmen wird. Kurz nach ihrer Ankunft versuchen die ersten Paparazzi ins Schloss einzudringen. Entgegen ihres Wunsches nach Ruhe und Abgeschiedenheit ist die Castafiore bereit, der Zeitung Paris Flash ein Interview zu geben. Fragen der Reporter an den schwerhörigen Professor Bienlein, die dieser falsch versteht und seine Antworten, die die Reporter falsch interpretieren, führen zur Meldung der bevorstehenden Heirat der Diva und des Kapitäns.

Auch einer Anfrage des Fernsehens kann sie nicht widerstehen und so trifft kurz darauf ein Kamerateam zu den Aufnahmen im Schloss ein. Während der Aufnahmen kommt es zu einem Stromausfall und die Diva vermisst ihren Schmuckkoffer. Als die Schul(t)zes den Fall untersuchen wollen, stellt sich heraus, dass sie ihn nur verlegt hatte. Kurz darauf ist ein Smaragd tatsächlich aus ihrer Schmuckschatulle verschwunden und als die Schul(t)zes von den Roma erfahren, ist für sie Diebstahl so gut wie aufgeklärt. Tim hat seine Zweifel an deren Schuld.

Drei Wochen nach der Abreise der Diva liest er in der Zeitung einen Bericht über ihren triumphalen Auftritt in der Oper La gazza ladra. Und in einem Elsternnest findet er dann auch den vermissten Smaragd.

Form

Moulinsart

Schloss Mühlenhof (Bearbeitetes Photo des Schlosses Cheverny)

Dieser Band der Serie fällt aus der Reihe, da in der Geschichte im wesentlichen nichts passiert.[2] Er kommt im Gegensatz zu den meisten anderen Geschichten ohne Schurken oder Reisen aus – Schauplatz der Handlung ist Schloss Mühlenhof und seine nächste Umgebung – und das vermeintliche Verbrechen ist keines. Der Comic lebt von den Running Gags, sowohl albenübergreifend, wie die Ermittlungsmethoden der Schul(t)zes, der Schwerhörigkeit des Professors und den daraus resultierenden Missverständnissen, die falsche Telefonverbindung zur Metzgerei Schnitzel und der Versicherungsvertreter Fridolin Kiesewetter, als auch innerhalb des Albums, wie die kaputte Stufe, über die jeder – bis auf Bianca Castafiore – einmal stolpert, die Ausreden des Maurers Stein, warum er selbige noch nicht repariert hat, und der Papagei, der den Kapitän oft zur Weissglut bringt.

Hergé unterbricht in dem Album seine gewohnte Ligne claire für eine halbe Seite und schuf mit Schatteneffekten stimmungsvolle Bilder des Romalagers und des Waldes im Mondlicht.[3]

Verfilmung

Das Album wurde in der dritten Staffel der ab 1991 produzierten Zeichentrickserie in zwei Teilen verfilmt.[4]

Nachweise

  1. Veröffentlichungen im Jahr 1961
  2. Über die Juwelen der Sängerin (englisch)
  3. Hergé Die Juwelen der Sängerin S. 40, Carlsen Verlag, ISBN 3-551-01514-7
  4. Episodenliste der dritten Staffel in der IMDb

Vorlage:Navigationsleiste Tim und Struppi-Alben

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