Fandom

Filmwiki

Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung

Diskussion0 Teilen

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Hinweis:
Das Filmwiki ist umgezogen und dieses Projekt wird nicht mehr gewartet.

Das neue Filmwiki ist nun unter http://film.wikiunity.com zu finden!

Die Betreiber des Filmwikis

Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung ist ein DDR-Fernsehfilm nach dem gleichnamigen dramatischen Theaterstück von Dieter Forte aus dem Jahr 1970.

Handlung

Albrecht von Brandenburg kauft sich mit der geldlicher Unterstützung der Fugger das Erzbistum von Mainz vom Papst. Den Kredit will er mittels Ablasshandel zurückzahlen. Als der Landesherr Friedrich von Sachsen erfährt, dass der Ablassprediger Tetzel nahe seiner Landesgrenzen lagert, um Ablässe auch an seine Untertanen zu verkaufen, verärgert es ihn und er schickt seinen Geheimsekretär Spalatin zu Martiin Luther. Dieser lehrt an der Universität Wittenberg, die Friedrich untersteht. Spalatin erfährt von ihm, dass er 95 Thesen gegen den Ablass geschrieben hat. Er zeigt sich begeistert und spricht sich dafür aus, dass Luther sie veöffentlicht. Die veröffentlichten Thesen werden von der Kirche für ketzerisch befunden. Auf dem Reichstag zu Augsburg fordert Kardinal Cajetan von Friedrich, dass er Luther der Kirche ausliefert. Doch dieser fühlt sich nicht zuständig. Kaiser Maximilian stirbt kurz danach und die Mächtigen sind mit der Frage der Nachfolge beschäftigt. Mit Hilfe von Bestechungsgeldern von Jakob Fugger wird Karl zum neuen Kaiser gewählt. Erst nach dieser Wahl geht das Gerangel um die Person Luthers weiter. Er wird auf den Reichstag von Worms gerufen. Dort vertritt er seine Thesen. Er widerruft sie nicht. Auf seinem Heimweg nach Wittenberg wird er von Soldaten Friedrichs auf die Wartburgs entführt. Dort übersetzt Luther die Bibel ins Deutsche. Karlstadt und Thomas Münzer sprechen sich währenddessen für weitgehende gesellschaftliche Veränderungen aus. Doch Luther kehrt bald darauf nach Wittenberg zurück und nimmt Karlstadts verwirklichten Ideen zurück. Münzers Einfluss auf die Bevölkerung nimmt jedoch weiter zu. Er fordert die Bauern zu Aufständen auf. Die Gesellschaft soll durch Gewalt verändert werden. Aber die Aufstände der Bauern scheitern. Das Heer der Fürsten siegt und Thomas Müntzer wird gefangengenommen und schließlich enthauptet. Am Ende des Stücks zieht die Firma Fugger Bilanz. Trotz der Wirren der Zeit hat die Firma Gewinn gemacht.

Hintergrund

Die Uraufführung des dem Film zu Grunde liegnden äußerst lutherkritischen Theaterstückes fand schon 1970 in Basel statt. 1971 wurde das Theaterstück erstmals als Buch herausgebracht.[1] Luther wird im Theaterstück als ein Spielball der Mächtigen, mit Jakob Fugger an ihrer Spitze, dargestellt. Jakob Fugger nutzt das Kapital gegen den Willen des Volkes, mit Thomas Müntzer an ihrer Spitze. Das Stück des linksintellektuellen Dieter Fortes wurde sehr unterschiedlich aufgenommen.[2] Von verschiedenen Seiten wurde Forte, der mehrfach betonte,[3] dass er historische Quellen verwendet habe, Geschichtsfälschung vorgeworfen.[4] Trotzdessen zeigten sich die linken Studentenbewegungen begeistert.[5] Das Stück wurde mehrfach auf deutschen Theaterbühnen aufgeführt.[6] So auch in einer Aufführung mit Götz George am Schauspiel Köln aus dem Jahr 1972, von der jedoch keine vollständige Fernsehaufzeichnung existiert.

Doch erst im Jahr 1984 wurde das Stück vom DDR-Fernsehen am Volkstheater Rostock mit Uwe-Detlev Jessen als Martin Luther und mit Peter Radestock als Thomas Münzer als Film aufgezeichnet. Die Theaterregie führte dabei Hanns Anselm Perten. Die Fernsehregie führte Michael Krull. Der Film, mit 140 Minuten Länge, trägt ebenfalls den Namen Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung. [7] Wann und ob der Film ausgestrahlt wurde ist unklar.

Für Forte war das Theaterstück sein größter Erfolg.[5] Auf deutschen Bühnen konnte sich Dieter Fortes Stück jedoch nicht durchsetzen[8]. Heutzutage wird das Stück eher selten aufgeführt und der besagte Fernsehfilm fristet sein Dasein in Archiven und ist nicht im Handel erhältlich.

Siehe auch

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Das Stück ist nicht in Akte eingeteilt. Auch Überschriften fehlen.
  2. Arnold, Heinz Ludwig (Hg.); Tötenberg, Michael: Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, unter: Dieter Forte, Seite 2 ff.
  3. So auch auf Seite 206 des publizierten Buches des Theaterstücks
  4. Vgl. beispielsweise: Mühlhaupt, Erwin: Falsch-Müntzerei oder Die Kariaktur der Reformationsgeschichte in Dieter Fortes Theaterstück: Martin Luther und Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung. Karlsruhe, 1971 Dritte Auflage
  5. 5,0 5,1 Theater & Bunker: Dieter Forte ist 75
  6. Arnold, Heinz Ludwig (Hg.); Tötenberg, Michael: Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, unter: Dieter Forte, Seite 2
  7. Er ist im Deutschen Rundfunkarchiv Potsdam-Babelsberg zu finden.
  8. Arnold, Heinz Ludwig (Hg.); Tötenberg, Michael: Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, unter: Dieter Forte, Seite 4

Literatur

  • Dieter Forte: Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung. Frankfurt am Main, 1. Auflage 1971

Weblinks

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki